Abu Dhabi - vom Dorf zur glitzernden Metropole

Abu Dhabi kann auf eine aufregende und lange Geschichte zurückblicken, in der sich einiges verändert hat: Vom kleinen Wüstenstaat mit 500 Einwohnern zu einer pulsierenden Metropole mit kosmopolitischem Charme, von kleinen Beduinenzelten zu beeindruckenden Bauwerken, die ihresgleichen in der Welt suchen. Besonders Abu Dhabi City zieht immer mehr Touristen auf Reisen an, die sich von dieser westlich-liberalen Stadt mit orientalisch-islamischer Lebensart in ihren Bann ziehen lassen wollen. Finden sie im Folgenden einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Emirats und dessen Eigenheiten.

Das größte Emirat in Kürze

Der verheißungsvolle Name Abu Dhabi heißt übersetzt soviel wie „Vater der Gazelle“. Dies rührt von den einst großen Herden der Oryx-Antilopen und der Gazellen, die durch die Wüste des Emirats streiften. So sagt man, dass 1761 Angehörige des Bani Yas Beduinenstammes, die in der Oase Liwa eine Rast einlegten, auf einer flachen Sandinsel vor der Küste eine Gazelle an einem Wasserloch erblickt haben. Daraufhin wurde just an diesem Platz eine Siedlung gegründet: Abu Dhabi, die ab 1793 der Sitz des Scheiches und Hauptstadt des Emirates wurde.
Seitdem hat sich viel verändert: immer mehr Menschen zogen in diese Gegend und nachdem die Engländer Mitte des 19. Jahrhunderts Schutzverträge mit dem regierenden Beduinenscheich geschlossen hatten, fanden auch immer mehr Händler aus Indien und dem Iran ihren Weg in die zukünftige Metropole. Hier lag also der Grundstein für den bereits damals internationalen Flair Abu Dhabis. Heute leben Menschen aus 120 Nationen im Emirat und machen damit gut 50% der Gesamtbevölkerung aus.

Das Erdöl wird entdeckt

Als 1958 die reichen Erdölvorkommen des Emirates entdeckt wurden, war der wirtschaftliche Boom nicht mehr zu stoppen: Straßen, Schulen und Krankenhäuser wurden gebaut, denn auch die Bevölkerung sollte von dem neuen Reichtum profitieren. Es wurden Autos, Technik und Wissen aus dem Westen importiert und weitere Menschen aus allen Ländern kamen in das „neue Abu Dhabi“. Viele auch um an den spektakulären Bauprojekten wie dem Al Burj in Dubai mitzubauen.
Mittlerweile ist Abu Dhabi nicht nur das flächenmäßig größte Emirat sondern auch das reichste und wird von Sheikh Khalifa Bin Zayed al-Nahyan regiert, der auch das Amt des Präsidenten der Emirate innehat. In der Region der Metropole leben nun an die eine Million Menschen, die von der Großzügigkeit des jeweiligen Herrschers immer auch einen Großteil abbekommen: Bei einer Heirat wird den Eheleuten nicht nur ein Grundstück sondern auch gleich das dazugehörige Haus geschenkt – vom Staat versteht sich. Ebenfalls Wasser und Strom, zinslose Kredite, aber auch Bildung und Ausbildung, Gesundheitsversorgung und Renten werden vom Staat übernommen, so das das politische System hoch stabil ist.
Auch dem Tourismus gegenüber öffnet man sich langsam, wenn auch nicht ganz so schnell wie Dubai. Doch bereitet man sich mit neuen Wirtschaftszweigen und den damit verbunden Einnahmen auf „die Zeit nach dem Öl“ vor – denn in ca. 100 Jahren werden auch diese Reserven aufgebraucht sein.